Praxis für Physiotherapie Steffanie Smith

Krytherapie/ Kältetherapie Waldbröl

 

Als Kryotherapie bezeichnet man den gezielten Einsatz von Kälte, um einen therapeutischen Effekt zu bewirken. Dabei wird die lokale Anwendung von Gefriertechniken von der generalisierten Kältebehandlung des ganzen Körpers unterschieden.

 



Kälteanwendungen in der Physiotherapie

 

Die Behandlung mit Kälte (Kryotherapie) ist ein wichtiger Bestandteil der Physiotherapie. Durch flüssige (kaltes Wasser), feste (Eispackungen) oder gasförmige (Kaltluftgebläse) Materialien, wird dem Körper Wärme entzogen. Die dadurch eintretende Senkung der Gewebetemperatur wirkt sich wie folgt aus:

Schmerzlinderung:
Herabsetzung des Stoffwechsels, Verringerung der Bildung und Wirkung von schmerzauslösenden Substanzen, Herabsetzung der Erregbarkeit der schmerzempfindlichen Nervenfasern

Entzündungshemmung:
Zusammenziehen der Gefäße im Behandlungsgebiet, damit Verringerung der Durchblutung und Senkung der Aktivität des Entzündungsstoffwechsels

Abschwellung:
Verringerung von Entzündungsschwellungen

Muskelentspannung:
spannungslösend auf schmerzhaft verspannte Muskulatur und somit indirekte Schmerzlinderung

 

 

 

 

Ein Beispiel aus der Physikalischen Therapie, die Eisanwendung

 

 

Kryochirurgie

 

Als lokales Verfahren, auch Kryochirurgie bezeichnet, kommen Gefriertechniken zum Einsatz, um eine Zerstörung krankhaft veränderter Gewebe zu erreichen. Man unterscheidet geschlossene Verfahren, bei denen eine Kältesonde von außen mit dem Gewebe in Kontakt gebracht wird, von offenen Verfahrensweisen, bei denen Kühlmittel direkt ins Gewebe eingebracht werden (häufig flüssiger Stickstoff bei -196 °C). Der Arbeitsbereich liegt bei -70 °C bis -200 °C. Derartige Verfahren werden in der Dermatologie angewandt, um Tumoren, Warzen (Viruspapillome), überschießendes Narbengewebe (Keloid) und verschiedene andere Gewebserkrankungen zu entfernen. Darüber hinaus findet die Kryochirurgie auch bei interventionellen Therapieverfahren von anderen Tumoren Anwendung, wie etwa zur Therapie von Lebermetastasen sowie eventuell bei Lungen- oder Prostatatumoren

 

Eine Sonderform stellt auch die Iontophorese von Arzneistoffen über die Haut dar. Durch eine vorhandene elektrische Ladung eines Medikamentes kann dieses im elektrischen Feld in das Gewebe transportiert werden. Der Effekt kann dazu führen, dass ein Vielfaches an entsprechenden Arzneistoffen in kürzerer Zeit ins Gewebe gelangen, als wenn diese auf die Haut aufgetragen werden. Die Verteilung des Medikamentenwirkstoffes geschieht über die in der Haut liegenden Blutgefäße.

Beim Ausfall von Nerven in der Peripherie des Körpers, also besonders an Armen und Beinen, kommt es zum Abbau von Muskelzellen des vom geschädigten Nerv versorgten Muskels. Um dies zu vermeiden, werden während einer Therapiesitzung Elektroden angebracht und mit geringen Stromimpulsen (Reizstrom) die Funktion des betroffenen Nerven stimuliert. Dadurch bewegt sich der bedrohte Muskel wieder und atrophiert weniger rasch.

 

 

Therapie in der Kältekammer

Bei der generalisierten Anwendung der Kälte in einer Kältekammer wird ein Patient für wenige Minuten einer Temperatur von etwa -110 °C ausgesetzt. Dadurch sollen Stoffwechselvorgänge auf Zellebene beeinflusst werden. Als Anwendungsgebiete wird eine Vielzahl von Erkrankungen angegeben, insbesondere der Gruppe der rheumatischen Erkrankungen, jedoch auch aus dem psychiatrischen Bereich (wie Angst,Panikattacken und Schlaf). Die Wirkung der Methode ist umstritten, trotz verschiedener positiver Untersuchungen liegen keine ausführlichen Studien vor. Sportler wenden Kryotherapie zur Vorbeugung vor Muskelkater an. Studien von 2012 belegen die Wirksamkeit.

Bei dieser Anwendung sind die äußeren Korperteile vor Erfrierung zu schützen (Akrenschutz).

 

 

Kryotherapie zur Unterstützung der Schmerztherapie

Die Kryotherapie wird angewendet, wenn trotz konservativer Therapie chronische Rückenschmerzen bestehen, die auf eine Störung der kleinen Wirbelgelenke zurückzuführen sind und nicht in die Beine ausstrahlen. Diese starken, chronischen Rückenschmerzen können durch Arthrose an den kleinen Wirbelgelenken, Entzündungsreaktionen und Instabilität entstehen und zu erhöhter Druckempfindlichkeit im Bereich der Lendenwirbelsäule führen.

 

Die Gelenkkapseln der Wirbelgelenke sind mit vielen Facettengelenksnerven durchzogen, die den Schmerz zentral weiterleiten. Ziel der Kryotherapie ist es, die Weiterleitung des Gelenkkapselschmerzes zu unterbrechen, indem Schmerzfasern ausgeschaltet werden.

Vor der Kryotherapie prüfen wir durch mindestens zwei Injektionen eines Betäubungsmittels, ob bereits hierdurch eine Schmerzlinderung erzielt wird, da nur etwa 15% der Rückenschmerzen ausschließlich facettenbedingt sind.

 

Als minimal-invasive Methode der Schmerzbehandlung wird die Eisbehandlung oder "perkutane Kryodenervierung" eingesetzt bei:

  • Rückbildungen an den Wirbelgelenken
    (z.B. Facettengelenkarthrose)
  • Therapieresistentem Facettengelenkschmerz

 

 

Verfahren

 

Die Kryotherapie kann ambulant und unter Bildwandlerkontrolle durchgeführt werden. Patienten können nach einer Anwendung sofort aufstehen – eine längere Arbeitsunfähigkeit aufgrund des Eingriffs besteht nicht. - Mit einer Kryosonde wird Kälte an die peripheren Nerven der Gelenkkapseln geführt (ca. -50°C an der Sondenspitze). Dabei wird nicht das Bindegewebe des Nervs, sondern nur die Myolinhülle des Nervs vereist und somit dauerhaft betäubt. Vereiste Nervenfasern regenerieren sich, wodurch die Wirkungsdauer auf ca. 6–18 Monate begrenzt ist. Bei Bedarf kann die Kryotherapie mehrfach angewendet werden. In der Regel erfolgt die Kryotherapie an mehreren Stellen, weil meist diverse Wirbelgelenke betroffen sind.

 

Die Kryotherapie zeichnet sich durch gute Verträglichkeit aus, da keine weiteren Medikamente benötigt werden. Darüber hinaus ist die Behandlung äußerst komplikations- und schmerzarm. Bei optimalen Bedingungen kann eine Schmerzlinderung von bis zu 90% erreicht werden.