Praxis für Physiotherapie Steffanie Smith

Tapen/ Taping oder kinesiologisches Tapen Waldbröl

 

 

Das Tapen oder auch Taping ist eine Therapiemethode von schmerzhaften Erkrankungen, insbesondere des Muskel-, Sehnen- oder Skelettapparates. Die Behandlung erfolgt durch das Aufbringen von etwa fünf Zentimeter breiten, elastischen Klebebändern auf Baumwollbasis direkt auf die Haut. Dort verbleiben die Klebestreifen zwischen einigen Tagen und bis zu zwei Wochen. Die Tapes werden in zahlreichen Farben hergestellt, welche von einigen Verfechtern der Methode nach der Farbenlehre der Kinesiologie angewendet werden.



 

Verwendete, oftmals herstellerabhängige Bezeichnungen für das Verfahren sind beispielsweise: Kinesio-, Kinematic-, Chiro-, Pino- , Medi- oder K-Taping.

Die Wirkung beruht nach Aussage der Verfechter der Methode im Wesentlichen auf zwei Faktoren. Zum einen auf der direkten Stimulation der Hautrezeptoren und zum anderen auf einer wellenförmigen Gewebeanhebung unter dem Band. Dadurch würde unter dem Tape die Blut- und Lymphzirkulation erhöht.

 

 

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten im Gegensatz zu den meisten Privatkassen diese Leistung nicht.

 

 

 

Kinesio-Taping im Sport

 

 

Heroisch stand er da. Die Oberarmmuskeln bis zum Maximaltonus angespannt, stechender Blick, ein Stiernacken wie im Bilderbuch. Die Pose des Mario Balotelli nach seinem 2:0 im Halbfinale gegen Deutschland hat sich sofort in das Kollektivgedächtnis der EM-Zuschauer eingebrannt.

 

 

Doch als sich das Enfant Terrible der italienischen Nationalelf das Hemd vom Leib riss und seinen nicht minder muskulösen Rücken offenbarte, da waren auch sie zu sehen: Jene türkisen Klebestreifen, die seit vielen Jahren immer wieder auf Rückenpartien, Fußgelenken, Schultern oder Nacken von Sportlern prangen.

 

Für was sollen diese Streifen gut sein? Neben den Diskussionen um Balotellis Gladiator-Auftritt an sich, war das die Frage, die am nächsten Tag in etlichen Runden für Gesprächsstoff sorgte. Dabei ist Balotelli längst nicht der erste Fußballstar, der mit seinen farbigen Kinesio-Tapes auffiel. Schon 2007 sprach alle Fußballwelt über David Beckham, der nicht nur mit seinem freien Oberkörper bei einem Spiel als Real-Madrid-Torjäger reihenweise die Frauen verzückte, sondern auch mit einem gekreuzten Kinesio-Tape-Muster knapp über der Hüfte - in pink! (Quelle: Spiegel-Online)

 

 

 

 

 

Italiens Torschütze Mario Balotelli mit "Tapes"

 

 

Erleichterung für die Schmerzsensoren

 

Kinesio-Tapes, so die Idee ihres japanischen Erfinders Kenzo Kase, sollen helfen, indem sie die Durchblutung der Muskulatur steigern. Die Streifen, die aus fein gewebter Baumwolle bestehen und mit einem dünnen Film Acrylkleber versehen sind, werden wie eine zweite Haut an die Muskeln geheftet. Zudem sind die Streifen atmungsaktiv und hochelastisch.

 

Zwischen der Epidermis und der Dermis, also den ersten beiden Hautschichten, befinden sich die Schmerzsensoren. Kase, der als Chiropraktiker auf der Suche nach einem Weg war, wie man Schmerzen ohne Medikamente lindern könnte, kam auf die Idee, die erste Hautschicht einfach anzuheben. So soll das Blut besser in die verletzte Region fließen können. Die ersten Versuche mit seinen Tapes machte Kase an Sumo-Ringern. 1979 gilt als das Geburtsjahr seiner Kinesio-Tapes.

 

Wie Kase in einem Interview erzählte, soll sogar sein Chihuahua, der von einem größeren Hund gebissen wurde, bereits von den bunten Streifen profitiert haben.

 

 

Aber helfen die Kinesio-Tapes auch wirklich?

 

Die Zahl der persönlichen Berichte über Erfolge mit Kinesio-Tapes ist groß. Viele schwören darauf, insbesondere bei Spitzensportlern sind die japanischen Wunderstreifen seit vielen Jahren en vogue.

Das Arbeiten mit Klebebändern ist bei Ärzten und Physiotherapeuten gängige Praxis. Unerwünschte Bewegungen sollen so verhindert und die körpereigene Wahrnehmung der Lage und Bewegung im Raum verbessert werden. Es gibt Belege, dass Tape-Verbände diese sogenannte Propriozeption verbessern können.

 

 

Als Firlefanz abtun sollte man die bunten Kinesio-Tapes deshalb nicht. Nicht nur die Physiotherapeuten von Profisportlern wenden die Methode an. In vielen orthopädischen Praxen und Kliniken gehört sie längst zum sportmedizinischen Programm. Klaus Bös, Leiter des Instituts für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sieht das so: "Obwohl bisher wissenschaftliche Studien fehlen, gibt es mit Sicherheit Anhaltspunkte dafür, warum man das mit dem Kinesio-Taping macht. Entscheidend ist nicht nur, was der Arzt sagt, sondern was der Patient fühlt." Diesen scheint es mit den japanischen Klebestreifen oft besser zu gehen.